Sonntag, 3. Oktober 2010

Integration 2010


In Bremen wurde heute Deutschlands Wiedervereinigung gefeiert -- 20 Jahre! Dass Christian Wulff sich für seine Rede das Thema Integration von Sarrazin oder Wilders nicht klauen ließ, freut mich. Natürlich sind es zunächst nur Worte, aber immerhin von Deutschlands Bundespräsidenten! Hier ein paar Ausschnitte aus der aktuellen Rede:

Die Zukunft gehört den Nationen, die offen sind für kulturelle Vielfalt, für neue Ideen und für die Auseinandersetzung mit Fremden und Fremdem. Deutschland muss mit seinen Verbindungen in alle Welt offen sein gegenüber denen, die aus allen Teilen der Welt zu uns kommen.

Es ist Konsens, dass man Deutsch lernen muss, wenn man hier lebt. Es ist Konsens, dass in Deutschland deutsches Recht und Gesetz zu gelten haben. Für alle - wir sind ein Volk. Es gibt Hunderttausende, die sich täglich für bessere Integration einsetzen. Viele - zum Beispiel als Integrationslotsen - freiwillig, uneigennützig und ehrenamtlich.

Ja, wir haben Nachholbedarf. Ich nenne nur als Beispiele: Integrations- und Sprachkurse für die ganze Familie, mehr Unterrichtsangebote in den Muttersprachen, islamischen Religionsunterricht von hier ausgebildeten Lehrern.

Wir achten jeden, der etwas beiträgt zu unserem Land und seiner Kultur. Es gibt die Ärztin, den Deutschlehrer, den Taxifahrer, die Fernsehmoderatorin, den Gemüsehändler, den Fußballspieler, den Filmemacher, die Ministerin und viele weitere Beispiele gelungener Integration.

Morgen Vormittag muss ich wieder in die August-Bebel-Straße zu meinem Deutschkurs, äh, Integrationskurs. Der Job macht mir Spaß. Mindestens genauso gerne würde ich allerdings auch Plautdietsch in staatlich geförderten Kursen unterrichten. Zukunftsmusik? Blödsinn? "Mehr Unterrichtsangebote in den Muttersprachen" hat Wulff heute gesagt...

Siehe auch
Mal so, mal so

Happy Deutschday

PaM, PaF
Supersilber
Inte Gration


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Danke, Peter, diese Rede kommt mir ganz gelegen.

Anonym hat gesagt…

Integration ist auch in der deutschsprachigen Literatur zu einem beliebten Thema geworden:
"Noch nie zuvor standen so viele Romane von Migrantenkindern auf der Long- und Shortlist des Preises, der vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels zum sechsten Mal organisiert wurde. Deutschland und die deutschsprachigen Nachbarstaaten sind Einwandererländer - das ist jetzt auch in der Literatur angekommen. Und immer geht es dabei um die Frage der Identität in einer globalen Welt."

http://www.nw-news.de/news/aus_aller_welt/3817156_Literatur_Buchpreis.html

Anonym hat gesagt…

Wer hat Angst vorm bösen Wolf? Niemand! Weniger harmlos ist der gute...

Anonym hat gesagt…

Bisschen viel Islam, oder?