Mittwoch, 23. März 2016

Kondanani


Alles hat seine Zeit. So banal dieser Satz ist, so genial und wahr ist er anscheinend auch. Vor ein paar Jahren hatte ich mir das Buch "Wir lassen sie verhungern" (Jean Ziegler) gekauft und es lag bis heute ungelesen bei mir rum. Während ich jetzt darin las, wurde ich von einer Whatsapp-Nachricht aus meiner weltweit verstreuten Geschwistergruppe abgelenkt: Ein Foto aus Malawi... Hä? Es zeigt das "Heinrich House", eines der Gebäude, die das Kondanani Children's Village ausmachen, wo vor einigen Jahren auch Madonna ihre Tochter Mercy James adoptiert hat. Ich legte Zieglers Buch zur Seite und blieb aber irgendwie in Afrika: Ich dachte nach über meinen Bruder Heinrich, über meine Schwester Anni, die damals in Malawi lebte und in Kontakt mit Annie Chikhwaza stand, und ich dachte an Heinrichs Worte kurz vor seinem Tod: Sein Geld sollte an notleidende Kinder in Afrika gehen... Es ist mir ein bisschen peinlich, dass ich heute zum ersten Mal "Kondanani" gegoogelt habe - aber besser spät als nie! Ich las über die Arbeit, die dort gemacht wird und über die Hingabe, die Liebe und das Verantwortungsbewusstsein dieser Gründerin und Leiterin Annie Chikhwaza... Heinrich ist schon lange tot und Anni schon lange wieder in Deutschland - aber ihr Einsatz für die Waisenkinder in Malawi scheint Früchte zu tragen. Und bewegt mich heute! Ich will auf diese Einrichtung aufmerksam machen. Irgendwie meinen Beitrag leisten. Vielleicht auch damit, dass ich Jean Zieglers Buch über den Hunger in unserer zwar schönen aber so wahnsinnig kaputten Welt weiterlese - und nicht beim Lesen bleibe.

Das Foto, so mein Bruder Jascha, sei von Katharina Kröker, einer Freundin der Familie, die im Moment in Malawi lebt und arbeitet.

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