Donnerstag, 1. Januar 2009



















* * *

Lot mie toch oppe Tjast von eenem Hoat
Mett eenem Hindanis! Leew es nich Leew
Dee aundasch woat, wan aundret aundasch woat
En nojefft aus dee Schuflod eenem Schleef!
Oh ne, see es een eenjepoldet Iesa
En woat vom stoatjsten Boll nich rutjerete
See es een Stern, fe Wajch en Tiet een Wiesa
Maun sitt se nich, en kaun se nich vejete!
Wan Tiet dee Leew frat aus dee Sans daut Hei
Soo schient et – roode Leppe woare blaus! –
Schniede Dach en Stund dee Leew nich twei
Dee Leew sajcht „waus!“, uck aum Enj noch sajcht se „waus!“

Wan mie wea wist, daut faulsch es waut etj schreef
Es dit nicht Tint, dan jefft et tjeene Leew!

* * *

Shakespeare, Sonett 116, freie Übertragung ins Plautdietsche,
schon 11 oder 15 Jahre alt...

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Die Liebe
(1.Korinther 13 )

Ohne Liebe bin ich nichts.
Selbst wenn ich in allen Sprachen der Welt,
ja mit Engelszungen reden könnte,
aber ich hätte keine Liebe,
so wären alle meine Worte hohl und leer,
ohne jeden Klang,
wie dröhnendes Eisen oder ein dumpfer Paukenschlag.
Könnte ich aus göttlicher Eingebung reden,
wüsste alle Geheimnisse Gottes,
könnte seine Gedanken erkennen
und hätte einen Glauben, der Berge versetzt,
aber mir würde die Liebe fehlen,
so wäre das alles nichts.
Selbst wenn ich all meinen Besitz
an die Armen verschenken
und für meinen Glauben das Leben opfern würde,
hätte aber keine Liebe,
dann wäre alles umsonst.

Die Liebe ist geduldig und freundlich.
Sie kennt keinen Neid, keine Selbstsucht,
sie prahlt nicht und ist nicht überheblich.
Liebe ist weder verletzend
noch auf sich selbst bedacht,
weder reizbar noch nachtragend.
Sie freut sich nicht am Unrecht,
sondern freut sich, wenn die Wahrheit siegt.
Diese Liebe erträgt alles, sie glaubt alles,
sie hofft alles und hält allem stand.

Einmal werden keine Propheten mehr zu uns sprechen,
das Beten in anderen Sprachen wird aufhören,
die Erkenntnis der Absichten Gottes mit uns
wird nicht mehr nötig sein.
Nur eines wird bleiben:
die Liebe.
Denn unsere Erkenntnis ist bruchstückhaft
ebenso wie unser prophetisches Reden.
Wenn aber das Vollkommene - das Reich Gottes da ist, wird alles Vorläufige vergangen sein.
Als Kind redete, dachte und urteilte ich wie ein Kind.
Jetzt bin ich ein Mann und habe das kindliche Wesen abgelegt.
Noch ist uns bei aller prophetischen Schau vieles unklar und rätselhaft.
Einmal aber werden wir Gott sehen,
wie er ist.
Jetzt erkenne ich nur Bruchstücke,
doch einmal werde ich alles klar erkennen,
so deutlich, wie Gott mich jetzt schon kennt.

Was bleibt sind:
Glaube, Hoffnung und Liebe.
Die Liebe aber ist das Größte

Anonym hat gesagt…

Die Liebe ist geduldig und freundlich.
Sie kennt keinen Neid, keine Selbstsucht,
sie prahlt nicht und ist nicht überheblich.
Liebe ist weder verletzend
noch auf sich selbst bedacht,
weder reizbar noch nachtragend.
Sie freut sich nicht am Unrecht,
sondern freut sich, wenn die Wahrheit siegt.
Diese Liebe erträgt alles, sie glaubt alles,
sie hofft alles und hält allem stand.

Wahrlich von Gott insperierte Wörter. Würde denn so eine Liebe Leid mit sich mitbringen? Niemals! Und wenn doch? Dann ist sie wohl mit anderen Gefühlen verwechselt worden: mit Sehensucht, Begierde, Verlangen oder ähnlichen. So ein Gefühl schleppt auch Eiversucht, Unzufriedenheit, Enttäuschung hinterher.
Die Liebe ist ein Geschenk und nicht aufdringlich. Manchmal ist sie so leise da, dass sie unbemerkt bleibt. Und wie oft wird die wahre Liebe nicht erkannt.
Es ist sinnlos Gott und Schiksal die Schuld an Leiden geben. Genau so sinnlos ist es, von Gott die Liebe zu verlangen. Denn dieses kostbares Geschenk kann jeder haben. Aber nicht jeder nimmt die Liebe an. Warum auch immer...
Ich wünsche mir, dir, ihm, ihr die wahre Liebe im Leben zu erkännen, denn ohne sie gelingt das Leben nicht.

Anonym hat gesagt…

Eifersucht ist die unnötige Besorgnis um Etwas, das man nur verlieren kann, wenn es sich sowieso nicht lohnt, es zu behalten."
(Ambrose Bierce)

Anonym hat gesagt…

http://sanay.ru/

Ilse van der Velden hat gesagt…

hi Peter, you left a message on my blog 'ilse schrijft', couldn't figure out the language but now I know: Plautdietsch, how special. beautiful to read. as it happens, i loved the movie Stellet Licht that is supposed to be in plautdietsch, too. b.t.w. , i translated my last post on my mothers funeral in English.
grts

Renate Rassem hat gesagt…

Erstaunlich, wie tiefgründig und keineswegs lächerlich plattdeutsch rüberkommen kann...und wie interessant, dass anonyme Kommentatoren versuchen, dir die wahre Liebe zu erklären. Recht haben sie ja, aber für Shakespeare ist es leider zu spät...