Sonntag, 4. September 2016

Breeda en Sestre

Edwin Warkentin, ein Freund in Berlin, schickte mir gestern einen Link zu einem Spiegelbericht, der mich bestimmt interessieren würde. Hat er auch!

Mika Sperlings Fotoprojekt "Breeda en Sestre" lässt mich mit all den beeindruckenden Bildern von Russland-Mennoniten irgendwo in Sibirien staunen: über das soooo Vertraute, da ich ja selbst aus dieser Welt komme. Und gleichzeitig auch darüber, wie hartnäckig und wie dauerhaft religiöse oder ethnische Gruppen an blöden und sinnlosen Regeln festhalten können! "Fromm, fleißig und aus der Zeit gefallen" schreibt der Spiegel. Das ist wohl kaum ein Kompliment.

Als ich dann später auf der Jahrestagung der Plautdietsch-Freunde in Detmold war und all die Doku-Bilder aus Argentinien ("Ohne diese Welt") von Nora Fingscheidt sah, oder am Abend die Deutschland-Premiere von Salamanca - da war ich mir sicher: Es ist zwar tatsächlich meine Familie, ja. Weltweit vertreut, aber meine. Aber es ist Gott sei Dank auch eine Familie, in der es viele "Breeda en Sestre" gibt, die weniger finstere Vorstellungen von Gott und von unserem Leben hier auf der Erde haben.

Welche Welt ist eigentlich die bessere? Welche Religion? Wahrscheinlich muss jeder Mensch für sich entscheiden, ob er sich fügt in einer Welt, in die er hineingewachsen ist, oder irgendwann ausbricht. Die Eindrücke von gestern zeigen mir, dass anscheinend beides Sinn macht. Beides bietet Raum für viele schöne Bilder :)

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